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Eine Hebamme für Königshufen

von Jenny Thümmler

Es werden zirka 3.000 sein, ein paar Dutzend hin oder her, wer weiß das schon so genau. Babette Kabst ist längst in Sphären angekommen, in denen sie aufhört, „ihre“ Babys genau zu zählen. Vielen Hunderten von Frauen stand sie als Hebamme in den wohl spannendsten Stunden bei. Die Faszination für diesen Beruf ist hingegen nie verschwunden. „Ich habe in all den Jahren nie ernsthaft überlegt, etwas Anderes zu machen.“ Und das sind immerhin schon fast 40 Jahre.

Inzwischen ist das Berufsleben für Babette Kabst zwar etwas ruhiger geworden. Abwechslungsreich ist es geblieben. Seit Januar hat sie ihre eigene Hebammenpraxis „Barabea“ an der Scultetusstraße in Königshufen. Für sie ein Traum, der sich erfüllt hat. „Ich frage mich in letzter Zeit öfter, warum ich das nicht schon vor zehn Jahren gemacht habe“, sagt Babette Kabst und rückt ein Stillkissen im Kursraum zurecht. „Es ist traumhaft hier.“ Im Erdgeschoss von Hausnummer 50 hat sie sich eine Zweiraumwohnung als Praxis eingerichtet, wo sie neben den klassischen Vor- und Nachsorgen für die Schwangeren auch Kurse für Geburtsvorbereitung und Rückbildung anbietet.

In Königshufen gab es bislang keine Hebammenpraxis, der Laden brummt. Höhepunkte auch für die erfahrene Hebamme: die Feststellung einer Schwangerschaft. Zweimal war das schon der Fall in ihrer neuen Praxis. Babette Kabst lächelt fast versonnen. „Einmal über Blutbefund und einmal über die Herztöne beim Abhorchen. Besondere Momente.“

Und auch die Nachbarn haben sich schnell an die Praxis gewöhnt. Senioren aus dem selben Haus haben zur offiziellen Eröffnung geklingelt, ein kleines Geschenk vorbeigebracht und eigene Erlebnisse mit Hebammen erzählt – sogar aus Kriegszeiten, da Soldaten, die unfreiwillig Zeugen einer Geburt wurden, begeistert geklatscht haben, als eine Hebamme das Baby gesund auf die Welt geholt hatte. Andere Geschichten bekommt Babette Kabst von den Schwangeren erzählt, die zu ihren Kursen kommen. Ein Mann aus dem Nachbarhaus war mit einem Ruf aus seinem Fenster hilfreich bei der Suche nach dem richtigen Eingang. „Sie sehen aus, als ob sie dorthin wollen“, hatte er den kugelrunden Frauen zugerufen. „Das ist echt klasse“, freut sich Babette Kabst. „Ich fühle mich hier pudelwohl.“

Hebamme war schon immer der Traumberuf für die Görlitzerin. Als sie 1981 mit der Ausbildung begann, gehörte sie von 150 Bewerbern zu den zwei Auserwählten, erinnert sie sich. Und das vielleicht auch wegen ihrer damaligen Erfahrung. In den Ferien hatte sie in der Frauenklinik ausgeholfen, geputzt und Babypopos gepudert, wie sie erzählt. Schon in der siebten Klasse hat sie für eine Schulaufgabe Hebamme aus Traumberuf genannt. Und dieses Ziel änderte sich danach nie mehr. Lange hat Babette Kabst im Kreißsaal des Görlitzer Klinikums gearbeitet und ab 2000 nebenbei gemeinsam mit anderen Hebammen in einer Praxisgemeinschaft, anfangs in Rauschwalde, später an der Augustastraße, dann an der Nonnenstraße. Bis sie endlich doch den lang gehegten Wunsch einer ganz eigenen Praxis verwirklicht hat. „Königshufen ist ideal. Nicht nur, weil es hier bislang keine Hebammenpraxis gab. Auch weil Frauenärztin und Kinderarzt in unmittelbarer Nähe sind.“ Die Straßenbahnhaltestelle und die vielen Parkplätze vor der Tür gaben den letzten Ausschlag für die Entscheidung.

Der Name der Praxis, Barabea, ist ein Wortspiel aus den Namen ihrer beiden Töchter Barbara und Beate. Die beiden sind stolz auf ihre Mama, haben bei der Einrichtung und dem Logo geholfen und bringen jetzt immer mal wieder ein Eis oder Kuchen vorbei, falls ein Bürotag zu lang zu werden droht. Aber dass Babette Kabst einen süßen Motivationsschub braucht, ist eher selten der Fall. Manchmal sitzt sie an ihrem Schreibtisch am Fenster und merkt gar nicht, wie spät es schon geworden ist. „Ich verrate nicht, wie alt ich bin“, sagt sie grinsend. „Aber das hier will ich auf jeden Fall bis zur Rente machen.“


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