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Die „Grüne“ bei KommWohnen

von Jenny Thümmler

Wo könnte man besser über Bäume sprechen als unter Bäumen? Susanne Krause sitzt auf einer Bank im Schatten einer riesigen Trauerweide an der Paul-Taubadel-Straße. Gerade hat sie zwei junge Bäumchen ein paar Meter entfernt kontrolliert. Eine Platane und eine Rotbuche, die hinter dem Wohnblock ihr Zuhause gefunden haben. Sie sind eine Ersatzpflanzung für einen Bergahorn, der an der Löbauer Straße gefällt werden musste. Sieht alles gut aus bei den zarten Bäumchen, die Expertin ist zufrieden. Seit vergangenem Herbst arbeitet Susanne Krause bei KommWohnen als Sachbearbeiterin für Garten- und Landschaftsbau. Und als diese kümmert sie sich quasi um alles, was grün ist und lebt. Seien es neu gepflanzte Bäume, alte und kranke Bäume, die gefällt werden müssen, oder Sträucher und hin und wieder auch mal Staudenrabatten, obwohl sie die nicht sehr mag. „Sie kosten anfangs sehr viel Aufwand, und wenn man da einen Fehler macht, sieht’s nie mehr gut aus.“

Dann ist quasi ihr ästhetisches Auge beleidigt. Und das soll es nicht sein. „Menschen haben Pflanzen und Grün überhaupt nur um sich, weil sie es entspannend finden. Dann soll es auch ein ordentliches Bild ergeben.“ Susanne Krause, Mitte 50, aus Strahwalde, immer ein Lächeln auf den Lippen, schaut genau auf ihre Umwelt. Sie kennt sich in der Natur bestens aus, verblüfft ihre Gegenüber immer wieder mit Detailwissen, das wie aus der Pistole geschossen parat ist. Ein Gesprächspartner, von dem immer wieder etwas zu lernen ist. Beim Erzählen krabbelt ein Käfer ihr Bein hoch. Sie pflückt ihn vom Knie. „Ah, eine Schildlaus“, sagt sie ohne zu überlegen und berichtet sofort, zu welcher Familie der Insekten dieses Tier gehört und warum es rein gar nichts mit den Wollläusen zu tun hat, die sie kurz vorher an ein paar jungen Trieben entdeckt hatte. Und die sie im Übrigen gar nicht beunruhigt haben. „Ohne Schädlinge gäbe es ja auch keine Nützlinge. Wie den Marienkäfer.“ Dessen Larven schätzen Läuse als Leibspeise.

Die Arbeit draußen, in der Natur, liebt Susanne Krause. Nach dem Weggang des früheren Sachbearbeiters bei KommWohnen und einer zeitweisen Vakanz kümmert sie sich nun um die grünen Anlagen. Welche Baumsorte wohin gepflanzt wird, entscheidet sie – in einem gewissen Rahmen. Die Görlitzer Stadtverwaltung gibt für jeden gefällten oder umgestürzten Baum vor, welche Ersatzpflanzung gemacht werden muss: in Anzahl, Stammstärke und Wuchsordnung, also wie hoch der Baum einmal wird. Und einheimisch soll er bitteschön auch sein. Alles Weitere liegt dann bei Susanne Krause. Gemeinsam mit den Kundenbetreuern sucht sie nach einem passenden Standort und dann nach einem passenden Baum. Meistens kann die Ersatzpflanzung nicht einfach an die Stelle des gefällten Baums, weil sein Verschwinden ja einen Grund hat. Wohngebäude und Grünanlagen wurden einst als System angelegt, und daran orientiert sich Susanne Krause auch jetzt. Da ist es wieder, das ästhetische Auge. Ahorn, Platane, Buche, Ulme wählt sie oft, in unterschiedlichsten Unterarten. „Linde finde ich auch schön. Aber die ist für eine Stadt unpraktisch wegen des Honigtaus. Oder Kastanie. Aber da ist die Miniermotte wieder das Problem.“ Entscheidungen zwischen Baum und Borke.

An Erfahrung, was zusammenpasst, mangelt es nicht. Susanne Krause hat fast 40 Jahre lang in einer Baumschule in Löbau gearbeitet und die Kunden beraten, was sie wie und wann wohin pflanzen können – und was nicht. Als ausgebildeter Baumschuler (ja, ohne ü-Striche!) weiß Susanne Krause fast auf jede Frage eine Antwort und erkennt Pflanzen selbst beim flüchtigen Vorbeifahren. Überhaupt ist Autofahren mit Susanne Krause so ganz anders als sonst. Sie zeigt immer wieder auf Bäume am Straßenrand. „Hier! Fast tot! Vertrocknet. Dort auch.“ Das Wetter der vergangenen Wochen macht es vielen Bäumen schwer, vor allem den Flachwurzlern. Sie kommen nicht bis ans Grundwasser. Und wenn sie niemand gießt, sieht’s schlecht aus mit dem Grün. Dann wird daraus erst Gelb, dann Braun, dann Kompost. Susanne Krause leidet mit den Bäumen, wünscht sich Menschen, die das Elend sehen und zur Gießkanne greifen. An manchen Objekten von KommWohnen funktioniert das schon prima. An der Paul-Taubadel-Straße zum Beispiel, an der Erich-Weinert- und der Pestalozzistraße. Aber es gibt es auch andere Beispiele.

Fast 30 Bäume wurden im vergangenen Frühjahr neu gepflanzt an KommWohnen-Objekten. Fünf Stadtteile haben etwas davon abbekommen, unter anderem Albrecht-Thaer-Straße, Julius-Motteler-Straße und Leschwitzer Straße. Viele Stadtkilometer für Susanne Krause, die sich bislang nicht gut in Görlitz auskannte. „Mein Mann sagt immer, ich fahre nach Bäumen Auto.“ Sie lacht. Straßennamen sind nicht ihre Sache. Aber sie weiß genau, welcher Baum wo steht. „Wenn da plötzlich einer ist, der dort sonst nicht ist, weiß ich, dass ich falsch bin.“ Das hat ihr auch geholfen, sich zu Beginn an den vielen KommWohnen-Objekten zurechtzufinden. Monatelang hat es gedauert, alle einzeln aufzusuchen. Sie hat die dortigen Bäume vermessen in Stammumfang, Höhe, Art, geschätztes Alter, Besonderheiten wie Nistkästen. Dazu ein Lageplan. Inventur am Baum.

So fährt sie durch die KommWohnen-Liegenschaften, vermisst, schreibt, fotografiert, spricht mit Mietern, vermittelt zwischen „Sie wollen den doch nicht etwa fällen?!“ und „Der macht nur Dreck, der muss weg!“ und plant jeden Tag Zeit ein, um bestehende Bäume zu kontrollieren. Die Verkehrssicherungspflicht lässt grüßen. Zwischendurch ist endlich auch Zeit zum Gestalten. Die neuen Stellplätze an der Johanna-Dreyer-Straße sind so ein Beispiel. Um den Parkplatz herum soll schickes Grün wachsen. Nicht so hoch dort, wo die Autofahrer freie Sicht brauchen, etwas dichter dort, wo der Blick vom Blech abgelenkt werden soll. „Das ist neu für mich und macht großen Spaß“, sagt Susanne Krause fröhlich. Bislang sind Leute immer zu ihr gekommen mit konkreten Plänen zum Bepflanzen, jetzt darf sie selbst die Pläne schmieden. Der Hof der Clara-Zetkin-Straße 47 wird ein nächstes solches Projekt.

Und schon muss Susanne Krause los. Für den Kiosk am Hafen sollen Olivenbäumchen her. Und die Expertin stellt diese natürlich nicht einfach in Holzbottichen hin. Vielmehr kommen weitere Pflanzen wie Chinagras und Lavendel dazu, die die Bäumchen ergänzen oder schützen. Und eine bestimmte Füllung, damit die Töpfe nicht umfallen. Und ein Unkrautvlies, damit die Erde nicht herausbröselt. „Und Mandevilla. Mal sehen, was das macht. Ob es die Olive umrankt. Schauen wir mal.“


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