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Familienwohnungen

Gemeinsame Lösungsansätze für fehlende Wohnungen

von Jenny Thümmler

Die Diskussionen um den Mangel an großen Familienwohnungen in Görlitz haben nach dem Vorstoß von CDU-Stadtrat Gerd Weise in der jüngsten Sitzung neue Fahrt aufgenommen. Wie schon vor seiner Wortmeldung geplant, haben sich diese Woche Vertreter von Stadtverwaltung und Familieninitiativen mit KommWohnen-Geschäftsführer Arne Myckert getroffen. Die Initiative war seinerzeit von CDU-Stadtrat Michael Hannich ausgegangen, der zugleich im Vorstand des Vereins „Görlitz für Familie“ ist, der wiederum das Familienbüro am Demianiplatz betreibt und das „Lokale Bündnis für Familie“ und dessen Projekte koordiniert.

Das Treffen war hauptsächlich für den Austausch von Argumenten und der gemeinsamen Suche nach Lösungen gedacht. Gerd Weise machte noch einmal seine Position deutlich: In der Görlitzer Innenstadt fehlten große Familienwohnungen, und KommWohnen müsse als kommunale Gesellschaft vorangehen und Gründerzeithäuser für Familien selbst dann sanieren, wenn es nicht wirtschaftlich sei.

Vor allem Letzterem widersprach KommWohnen-Geschäftsführer Arne Myckert klar. „Wir können keine Projekte starten, die von vornherein nicht auskömmlich sein werden.“ Viel wichtiger sei, bei der Sanierung der Gründerzeithäuser in der Innenstadt freiere Hand vom Denkmalschutz zu bekommen. „Laut Gesetz dürfen auch nur Gebäudeteile oder Straßenansichten unter Denkmalschutz gestellt werden, es muss nicht immer das gesamte Gebäude sein. Aber davon will die hiesige Behörde bisher keinen Gebrauch machen.“ Die Folge sei, dass in den Gebäuden aus der Jahrhundertwende keine attraktiven Wohnungen für Familien eingerichtet werden können, weil es die Grundrisse nicht hergeben. Oder dass mögliche Umbauten so teuer wären, dass sich die Investition mit den marktüblichen Mieten nicht wieder einspielen ließe – denn anders als der Quadratmeterpreis für Mieter würden die Sanierungskosten pro Quadratmeter bei großen Wohnungen nicht eklatant sinken.

Erfahrungen, die mehrere Vertreter in der Runde aufhorchen ließen. Michael Hannich stimmte sofort zu, die Verwaltung bei diesem Problem mit ins Boot holen zu müssen und zu wollen. Auch die angesprochene Schaffung von Parzellen für den Bau von Eigenheimen, bei der KommWohnen als Mitgestalter und Wegbereiter statt als Bauträger auftritt, wurde positiv aufgenommen. Konkrete Lösungsansätze aus einem konstruktiven Gespräch, aus dem alle mit einem gemeinsamen Ziel gegangen sind. Der nächste Schritt soll ein runder Tisch sein, der alle Mitwirkenden zusammenbringt, Denkmalpfleger wie Immobilieneigentümer, Familieninitiativen wie Stadtverwaltung, dazu Innenministerium, Architekten und andere Experten. Der Verein Görlitz für Familie will dazu einladen.  Binnen der nächsten zwei Monate soll das Ganze stattfinden.

 

Hintergrund: Von derzeit 357 Vier- und Fünfraumwohnungen im Bestand von KommWohnen befinden sich 25 in der Innenstadt, bis auf eine sind alle vermietet. Um weitere große Wohnungen zu schaffen, werden in passenden Fällen immer wieder zwei kleinere Wohnungen zusammengelegt wie zuletzt in Königshufen bzw. passende Gebäude saniert wie aktuell Am Hirschwinkel 20/21. Im KommWohnen-Portfolio besteht eine Lücke besonders in seniorengerechten Wohnungen mit Fahrstuhl. Genau solche werden aufgrund des überdurchschnittlich hohen Altersquerschnitts in Görlitz jedoch gebraucht. Daher hat KommWohnen seit einigen Jahren den Schwerpunkt auf diese Zielgruppe gelegt, um altersgerechte Wohnungen in ausreichender Anzahl und Qualität anbieten zu können.

Am Gespräch nahmen teil (Foto, v.l.):

  • Lisa Gutjahr, Prokuristin KommWohnen
  • Sebastian Kubasch, Sachgebietsleiter Familie und Soziales bei der Stadtverwaltung Görlitz (mit Mitarbeiterin, ganz rechts)
  • Daniel Wiesner, Vorstand Görlitz für Familie e.V.
  • Eugen Böhler, Familienbeauftragter der Stadt Görlitz
  • Michael Hannich, CDU-Stadt- und Kreisrat, Vorstand Görlitz für Familie e.V.
  • Arne Myckert, Geschäftsführer KommWohnen
  • Gerd Weise, CDU-Stadtrat


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